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Reaktive Arthritiden

Definition

Infekte gelten als Auslöser für eine sogenannte reaktive Arthritis. Dabei spielen frühere Infektionen mit Bakterien und Viren eine Rolle. Man vermutet eine Fehlregulation des Immunsystems mit Auslösen einer chronischen Gelenkentzündung.

 

Entwicklung

Potenzielle «Risikoerreger» für eine spätere chronische Gelenkentzündung nach Infekt sind  Chlamydien, Yersinien, Shigellen, Campylobacter und Salmonellen (auch in Zusammenhang mit HLA-B27 Merkmalsträgern in Nordeuropa). Dem intestinalen Mikrobiom (individuelle bakterielle Besiedelung im Dünndarm) kommt hier – wie auch bei anderen entzündlich-rheumatischen Systemerkrankungen – eine grosse Bedeutung zu.

 

Ursachen

Die Erkrankung im Gelenk tritt nach wenigen Wochen oder Monaten auf. Der primäre Infektionsherd war gelenkfern, und der Erreger lässt sich entweder nicht mehr aktuell nachweisen oder ist in einem anderen Organ vorhanden. Ein Beispiel ist der Morbus Whipple, eine Infektionskrankheit des Dünndarms mit dem Erreger Tropheryma whipplei. Diese Erkrankung ist seltener. Der Erreger lässt sich aus einer Biopsie nachweisen. Die Therapie erfolgt mit Antibiotika.

 

Beschwerden

Häufig ist lediglich ein Gelenk (manchmal auch mehrere) in den Krankheitsprozess involviert. Das Ausmass der Entzündung kann sehr heftig sein. Verwechslungsgefahr besteht dann mit einem infizierten Gelenk oder auch einer Gicht. In der Gelenkflüssigkeit finden sich sehr viele Zellen – jedoch  keine Bakterien oder Kristalle.

 

 

Behandlung

Die Therapie ist häufig symptomatisch, das heisst mit nicht-steroidalen Antirheumatika lokal oder als Tablette sowie Kühlung des betroffenen Gelenkes. Auch Injektionen von Kortison in das Gelenk können hilfreich sein.

 

Verlauf

Der Verlauf ist in etwa 80 Prozent der Fälle selbstlimitierend. Sollte sich eine chronische Erkrankung entwickeln (bei etwa 5 Prozent der Fälle) kommen auch «Basistherapeutika» wie Sulfasalazin oder Methotrexat zum Einsatz. Die Erkrankung kann eine Spondyloarthritis imitieren. Antibiotika wirken selten (Ausnahme bei Chlamydien).